Titelbild_Jahresspiegel2019KatholischStadtZuerich

«Zeigen wir Mut. Egal, was kommt.»

Liebe Kirchenmitglieder
Liebe Zürcherinnen und Zürcher

Wir sind uns gewohnt, dass die Schweiz ein Garten des Friedens und des Wohl-standes ist. Erleidet die Welt noch so grosse Erschütterungen, die Schweiz scheint wie unter einem unsichtbaren Sicherheitsschirm geschützt zu sein.

Mit dem Einschnitt durch Corona ist uns bewusst geworden, dass sich unser Leben nicht einfach planen lässt. Dass es Phasen gibt, in denen wir unsere persönlichen Wünsche und Ansprüche zurücknehmen und für die Gemeinschaft denken müssen.

Die Krise hat uns aber auch vor Augen geführt, wo es uns als Kirche braucht – als Fels in der Brandung, wenn sich Not eröffnet und vieles unklar ist. Unvergessen bleiben die Aktionen an der Langstrasse mit Essensausgaben und Lebensmittelspenden für Hilfesuchende auf der Gasse. Da sind Einzelpersonen, Pfarreimitglieder und kirchennahe Organisationen verschiedener Couleur für die Schwachen in die Bresche gesprungen. Eine Kirche, die handelt und sich nicht nur in innerkirchlichen Diskussionen verheddert.

Zu diesen Beschränkungen in der Corona-Krise steht das Projekt «Ka-tholisch Stadt Zürich 2030» scheinbar in totalem Gegensatz: «2030» steht dafür, alte Grenzen aufzubrechen und Kirche in weiteren Dimensionen als bisher zu denken. Hier die Enge durch Corona, dort die Weite einer Zukunftsvision.

Der Gegensatz ist aber nur vordergründig, weil uns Corona eines lehrt: Eine lebendige Kirche muss lebens- und alltagstauglich sein, was immer auch passiert. Eine Schönwetter-Kirche ist Folklore, die eher früher als später ein Fall fürs Museum und damit für die Historiker wird. Aber nicht für die Menschen.

Aus dieser Perspektive ist Corona für die Zukunft der Kirche auch ein mutiger Wegweiser. «Katholisch Stadt Zürich 2030» darf keine verhaltenen Luftschlösser produzieren. Die Überlegungen in den Arbeitsgruppen müssen eine grosse Frage beantworten: Wie sieht die Kirche aus, die in guten wie in schlechten Zeiten für die Menschen da sein will? Seelsorgerisch, sozial und gut organisiert.

Der grosse Theologe Dietrich Bon- hoeffer brachte es auf den Punkt, als er feststellte: «Den grössten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.»

Zeigen wir Mut. Egal, was kommt.

Daniel Meier
Präsident Verband röm.-kath.
Kirchgemeinden

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