Titelbild_Jahresspiegel2019KatholischStadtZuerich

Finanzen

Die Verbandsjahresrechnung 2020 verbucht bei einem Umsatz von CHF 80.2 Mio. und einem Aufwand von CHF 77.2 Mio. einen Gewinn von CHF 3 Mio. Das ist ein erfreuliches Resultat. Sicher aber ist: Aufgrund der Steuerfusssenkung um 1% bei den juristischen Personen und den coronabedingten Steuereinbussen wird im Kalenderjahr 2021 mit spürbaren Mindereinnahmen zu rechnen sein. Das Budget für 2021 wurde bereits unter diesem Aspekt erstellt und verabschiedet.*

*Zahlen vor Abnahme durch
die Delegiertenversammlung vom
Mai 2021

Mitgliederzahlen

Mit 102‘674 eingetragenen Mitgliedern weist die katholische Kirche in der Stadt Zürich im Vergleich zum Vorjahr einen erneuten Rückgang an Mitgliedern auf.

Die Abnahme vollzieht sich dabei im gleichen Masse wie in den vergangenen beiden Jahren. In der Stadt Zürich stellt die katholische Kirche damit nach wie vor die grösste Konfession, vor der reformierten Kirche mit 78‘535 und der christkatholischen Kirche mit 1’937 Mitgliedern.

20.3.2020: Freiwillige der Initiative
«Solidarität für Zürich» erledigen für Hilfsbedürftige
die Einkäufe. Kirche ganz konkret.

Dekanat
Zürich-Stadt

Das Leben und die Arbeit in den Pfarreien wurde durch die Corona-Krise komplett auf den Kopf gestellt: Gottesdienste mussten im Frühling abgesagt werden, auch kirchliche Feierlichkeiten wie Erstkommunion, Taufen oder Hochzeiten. Beerdigungen durften nur im kleinsten Kreis stattfinden. Nach der ersten Corona-Welle konnte im Juni das Pfarreileben wieder für kurze Zeit aufgenommen werden. Social Distancing (Abstand) und Masken gehörten fortan aber zum Alltag. Bis im Oktober die zweite Corona-Welle den Pfarreien erneut Grenzen setzte.

Seelsorgende versuchten in der ganzen Krise mit enormem Engagement, hilfesuchenden Menschen bei Einsamkeit und Nöten beizustehen. Besonders schwer gestaltete sich die Situation in den Pflegeheimen, da aufgrund der Vorschriften Kranke und Einsame nicht oder kaum besucht werden durften.

Als Reaktion auf die schwierigen Zeiten verfasste das Dekanat zusammen mit der reformierten und der christ- katholischen Kirchgemeinde der Stadt Zürich das «Corona-Manifest». Es be-kräftigt die Absicht, kranke oder alte Menschen in der Krise nicht alleine zu lassen.

Digitale Wege – das zeichnete sich nicht nur in der Corona-Krise ab – werden auch für die katholische Kirche immer wichtiger. Als Zukunftsperspektive sprach sich das Dekanat deshalb im Herbst 2020 dafür aus, mit URBN.K eine Social-Media-Präsenz zu errichten. Zu ihr gehören wöchentliche Videos und eine verbindende Community. Zielgruppe sind die 18- bis 45-Jährigen.

18.8.2020: Pfarrer Josef Karber zelebriert in
Liebfrauen die Messe nach Vorschrift mit Maske.
Corona hat auch die Kirche im Griff.

Geschäftsstelle Katholisch Stadt Zürich

Einen Durchbruch, um vorhandene Synergien effizienter zu nutzen und mehr Raum für die Kirche zu gewinnen – so könnte man den Umbau am Werdgässchen 26 zusammenfassen. Nähe verbindet und fördert die Zusammenarbeit, aus diesem Grund wurde die Geschäftsstelle von Katholisch Stadt Zürich den gewachsenen Anforderungen angepasst und von April bis Juni 2020 umgebaut.

Zwei Stockwerke wurden durch eine interne Treppe miteinander verbunden, Büros für «Kirche urban» und die Kommunikation eingerichtet und somit näher zur Geschäftsstelle gebracht. Um auch den gestiegenen Anforderungen an Büroräumlichkeiten gerecht zu werden, stehen uns nicht mehr nur eines, sondern zwei modern ausgerüstete Sitzungszimmer zur Verfügung.

29.8.2020: Die Kirche St. Katharina (Zürich-Affoltern)
im Baugerüst. Ein Bild mit Sybomlcharakter: Die Kirche
befindet sich im doppelten Sinn im Umbau.

Kirche urban

Die Aktivitäten von «Kirche urban» im Jahr 2020 zeigen, wie vielfältig Kirche in einer Stadt sein kann: Im Frühjahr lancierte «Kirche urban» mit der Initiative «Solidarität für Zürich» eine beispiellose Hilfsaktion während der Corona-Krise. Innert einem Wochenende wurde eine Hotline für Hilfesuchende aufgebaut, die eine Triage in regionale Helfernetzwerke ermöglichte. Zeitweise vermittelten bis zu 15 Freiwillige via Hotline Hilfe für 2’500 Personen, sei es zum Einkaufen oder zur seelsorgerischen Begleitung. Insgesamt fanden mehr als 4’000 Einsätze in der kritischen Phase statt.

In der kurzen Zeit der Aufhebung des Lockdowns war «Kirche urban» am «Zürich liest»-Festival präsent. Höhepunkt war das Gespräch mit der schweizerisch-kroatischen Autorin Ivna Žic («Die Nachkommende»). Auch die beiden Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem aki (Akademische Hochschulgemeinde) fanden trotz Corona ein beachtliches Echo.

Analog zu 2018 und 2019 lud die Veranstaltungsreihe «weit&» an drei Events zum Erleben von Spiritualität in Kirchenräumen ein. Von drei geplanten Anlässen konnte wegen Corona allerdings nur derjenige mit dem Titel «Wie lange ist jetzt?» durchgeführt werden. Er präsentierte in der Kirche Dreikönigen in der Enge eine verblüffende Verschmelzung eines altbekannten Kirchenraums mit einer unerwarteten Kunstinstallation. Die abgesagten Veranstaltungen sollen 2021 nachgeholt werden.

«Kirche urban» war massgeblich an der interreligiösen Gebetsveranstaltung «Queer Spirit» im Herbst beteiligt, die erstmals in Zürich stattfand. Unter Beteiligung der fünf grossen Weltreligionen sensibilisierte «Queer Spirit» die Öffentlichkeit für die Situa-tion von Jugendlichen, die sich aufgrund von Schwierigkeiten mit ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität das Leben genommen haben.

29.9.2020: Rund 300 Leute finden sich im
Volkshaus zur Präsentation des Berichtes «Katholisch
Stadt Zürich 2030» ein. Die Zukunft beginnt jetzt.

Katholisch Stadt Zürich 2030

Geld ist nicht alles – aber auch die Kirche braucht finanzielle Mittel, um ihr grosses Engagement möglich zu machen. Sinkende Mitgliederzahlen und immer weniger Einnahmen von natürlichen und juristischen Personen verändern seit einigen Jahren zu-nehmend die Rahmenbedingungen. Das Projekt «Katholisch Stadt Zürich 2030» nimmt sich als Reformprozess diesen Veränderungen an. Das Ziel ist eine nachhaltige Strategie für die Zukunft. Als Ausgangspunkt dient ein Arbeitspapier zur aktuellen Situation.

Nach einer coronabedingten Ver-schiebung wurde dieses Arbeitspapier am 29. September 2020 im Volkshaus Zürich vorgestellt. Rund 300 Personen aus den Bereichen Pastorales und kirchliche Behörden wohnten der Veranstaltung bei. Der Umzug in den grossen Saal des Volkshauses wurde aufgrund der strengen Corona-Vor-schriften notwendig.

Im November verabschiedeten die Delegierten die Finanzierung der Projektstruktur «2030» samt Besetzung der Organe, die im Januar 2021 ihre Arbeit aufnahmen. Im Juli 2022 soll ein richtungsweisender Massnahmenkatalog verabschiedet werden.

Seelsorge.net

Noch nie suchten so viele Menschen Hilfe bei seelsorge.net wie 2020 während der Corona-Krise. 55 Prozent mehr Neuanfragen gingen ein, und 90 Prozent mehr seelsorgerische E-Mails als im Vorjahr wurden verschickt. Das heisst: knapp 10’000-mal erhielten Menschen eine professionelle Begleitung per E-Mail. Diese enorme Zahl konnte nur dank einer Aufstockung des Teams bewältigt werden: Neun neue E-Mail-Seelsorgende ergänzen seit Anfang 2020 das Team, das nun insgesamt 28 Mitarbeitende umfasst.

Zum gleichzeitig stattfindenden 25-jährigen Bestehen veröffentlichte seelsorge.net eine Evaluationsstudie über seine Arbeit, die dem ökumenischen Dienst ein hohes Beratungsniveau bestätigt. Ein weiteres wichtiges Fazit aus dieser Studie: seelsorge.net erreicht sehr viele junge und auch kirchenferne Menschen. Dies bedeutet, dass seelsorge.net eine enorm wichtige Ergänzung zum bestehenden seelsorgerischen Angebot der Kirchen ist.

Solidara Zürich

Katholisch Stadt Zürich verstärkt sein Engagement für die Menschen am Rande der Gesellschaft. In der Ver- gangenheit unterstützte Katholisch Stadt Zürich bereits das Café Yucca+ der Zürcher Stadtmission, eine nie- derschwellige Anlaufstelle für Ob- dachlose, Randständige und Men- schen mit psychischen Problemen.

Ab 2021 ist Katholisch Stadt Zürich nun einer der tragenden kirchlichen Partner der Zürcher Stadtmission und wird auch im Vorstand Einsitz nehmen. Die Delegierten stimmten im November einer jährlichen Finanzierung von CHF 497’500 für die kommenden vier Jahre zu. Mit der neuen Trägerschaft ändert die Stadtmission auch ihren Namen und wird fortan als «Solidara Zürich» auftreten.

Baukommission

Die Baukommission verfolgt konsequent das Ziel eines Energiemanagements ohne fossile Brennstoffe bis ins Jahr 2030. So wurden in den letzten fünf Jahren bereits wegweisende Schritte hin zu Energieeffizienz und Klimaschutz vollzogen: Immer mehr der 23 Stadtzürcher Kirchgemeinden wählen beim Erneuern des Heizungssystems eine von der Baukommission empfohlene nachhaltige Lösung. Damit trägt das seit 2015 betriebene Energiecoaching offenkundig Früchte.

Eine extern in Auftrag gegebene Evaluation belegt die ökologische Wende auch schwarz auf weiss: Der Anteil an Öl- und Gasheizungen als primäres Heizsystem wurde bei Katholisch Stadt Zürich um einen gan-zen Drittel gesenkt, die Treibhausgas-emissionen um einen Viertel. Und was noch eindrücklicher ist: Mehr als die Hälfte aller Kirchgemeinden erfüllen bereits die nationalen Klimaziele von 2025 bezüglich CO2-Reduktion. Der Anschluss weiterer Kirchgemeinden an die Fernwärme oder einen lokalen Wärmeverbund wird in den nächsten Jahren Schritt für Schritt erfolgen.

Kirchliche Handlungen

Kirche hilft

Kirchensteuern machen es möglich, dass die römisch-katholische Kirche in der Stadt Zürich helfen kann. Sie hilft dort, wo andere nicht helfen können oder wollen. In Form von eigenen Organisationen und durch Beiträge an andere.

Not hat heute ein anderes Gesicht als früher, oft liegt sie im Verborgenen. Unsere Beiträge helfen, das Leben vieler Menschen in der Stadt, in unserem Quartier, vor unserer Haustüre besser zu machen.

Man muss nicht immer ein Held sein, um zu helfen. Schon die Kirchensteuer tut es.